St Nikolai Kirche Kiel
Konservatorische Klimastabilisierung Innenraum und Altarrestaurierung (2021-2024)
LP 3 – 8 in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Architekten Johannsen und Partner (Hamburg)
Demontage der Chorverglasung, Auswechselung gesprungener Scheiben und Neuverbleiung. Einbau VSG-Innenschutzverglasung mit konditionierten Filterfolien zur Minimierung von UV- und Infrarotlichteinfall. Einbau von digitalen Sensoren zur Langzeitüberwachung der Filterfolien-Wirksamkeit mit Fernzugriff. Rückbau Bestandsheizung bis zur Fernwärme-Übergabestation in der Heizzentrale im Keller. Installation einer modernen Heizungsanlage mit kirchenspezifischer Regelung, die sowohl vor Ort als auch von externer Stelle (im Fernzugriff) bedient werden kann. Neben einer Feuchtevorrangschaltung wurde auch eine Begrenzung der Temperaturänderungsgeschwindigkeit beim Auf- und Abheizvorgang vorgesehen. Heizflächen sind: Dezentrale Wärmestationen im Boden des Kirchenschiffs, Sockelbegleitheizungen als offen geführte Kupferrohre im südlichen Seitenschiff, Oberflurkonvektoren vor den Fenstern im nördlichen Seitenschiff, Bankheizkörper im mittleren Hauptschiff (körpernahe Beheizung) an einer nach Konzertanforderungen ausgewählten Anzahl von fest installierten Bänken, Gebläsekonvektoren im Fußboden des Chorraums zur Beheizung, wie auch zur thermischen Trennung als Voraussetzung einer getrennten Steuerung von Altarbereich und Hauptschiff, Sonder-Flachheizkörper in den Fensterbrüstungen im Chorraum zur Kompensation des Kaltluftabfalls mit partieller Hinterlüftung des Scheibenzwischenraums zwischen Außen- und Schutzverglasung. Installation eine Lüftungsanlage als feuchtegesteuerte Öffnung von vier Fensterflügeln im Kirchenschiff mit elektrischen Antrieben und zwei Abluftöffnungen in der Decke. Die kontrollierte Regelung (sog. Lüftungsampel) berücksichtigt das Außen- und Innenklima. Um einem Schimmelwachstum entgegenzuwirken und kritische Feuchtigkeitswerte zu erkennen, wurden für ein Monitoring an mehreren relevanten Standorten entsprechende Sensoren eingebaut, die neben der Temperatur auch die relative Luftfeuchte erfassen. Eine Fernauslese ist möglich. Der Hauptaltar wurde vollständig restauriert. Reliefs wurden in der Werkstatt ab April 2022 bearbeitet. Die Arbeiten am Altarschrein, den Bildtafeln und die Rückführung von Reliefs und Skulpturen fanden nach Abschluss der staubintensiven Arbeiten von November 2023 bis April 2024 statt. Gesamtkosten:1.613.418,75 €